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Oralchirurgie

Die Oralchirurgie ist das Teilgebiet der Zahnheilkunde, welches sich mit operativen Eingriffen in der Mundhöhle befasst. In einer vierjährigen, hauptberuflichen Weiterbildung werden approbierte Zahnärzte in diesen Tätigkeiten geschult und erhalten nach Bestehen einer Abschlussprüfung die Gebietsbezeichnung Fachzahnarzt für Oralchirurgie.

Die Oralchirurgie umfasst folgende Maßnahmen:

  • Entfernung von Weisheitszähnen
  • Wurzelspitzenresektionen
  • Operative Zahnentfernungen
  • Teilentfernungen von Zähnen (Hemisektionen, Prämolarisierungen)
  • Operationen von Zysten im Kieferbereich
  • Lippenband- und Zungenbandplastiken
  • Freilegung von verlagerten Zähnen in Zusammenarbeit mit dem Kieferorthopäden
  • Eingriffe zur Verbesserung des Prothesenlagers
  • Versorgungen von unfallbedingten Zahnverletzungen

Weisheitszähne

Weisheitszähne sind die dritten Backenzähne des Menschen. Sie werden auch als 18-Jahr-Molaren bezeichnet, weil sie häufig um das 18. Lebensjahr durchbrechen. Bei über 80% der Bevölkerung reicht der Platz im Kieferknochen für die Weisheitszähne nicht aus. Sie bleiben daher entweder vollständig im Kieferknochen eingeschlossen (= retiniert) oder brechen teilweise durch die Schleimhautdecke der Mundhöhle durch (= teilretiniert).
Bei teilretinierten Weisheitszähnen bilden sich zwischen der Zahnkrone und der darüber liegenden Schleimhautkapuze Schmutznischen, in denen sich vermehrt Bakterien ansiedeln. Es kommt zu wiederkehrenden Entzündungen, die mit Schmerzen, teilweise massiven Schwellungen und Schluckbeschwerden einhergehen. Die Schmutznischen begünstigen zudem die Entstehung von Karies und Erkrankungen des Zahnhalteapparates an Nachbarzähnen. Bei ungünstiger Lagebeziehung kann es zur Auflösung (Resorption) der Nachbarzahnwurzeln kommen.
Aus dem umgebenden Gewebe von vollständig retinierten Weisheitszähnen können sich krankhafte Veränderung im Kieferknochen (Zysten, Tumore) bilden.
All diese Gründe erfordern die Entfernung voll- oder teilretinierter Weisheitszähne. Der Eingriff findet ambulant unter örtlicher Betäubung oder auf Wunsch des Patienten in moderater Sedierung bzw. Vollnarkose statt.
 

Wurzelspitzenresektion

Bakterien, die nach einer Wurzelkanalbehandlung im Zahn verbleiben (z.B. bei unvollständiger Wurzelfüllungen oder sehr fein verästelten Nerven) können die Ursache für eine Knochenentzündung an der Wurzelspitze des Zahnes sein.
Kann die Entzündung nicht durch eine Erneuerung der Wurzelfüllung behandelt werden, ist die chirurgische Kappung der Wurzeln (= Wurzelspitzenresektion) eine Möglichkeit, den Zahn zu erhalten.
Bei der Wurzelspitzenresektion wird die entzündete Wurzelspitze des Zahnes über einen chirurgischen Zugang eingekürzt, das entzündete Gewebe ausgeräumt und der Nervenkanal versiegelt.
Auch dieser operative Eingriff findet normalerweise ambulant in örtlicher Betäubung oder auf Wunsch in Sedierung oder Vollnarkose statt.
Wie bei allen operativen Eingriffen in der Mundhöhle kann es nach einer Wurzelspitzenresektion zu einer leichten Schwellung und zu Wundschmerzen kommen. Die Wundheilung dauert in der Regel eine Woche.

Operative Zahnentfernung

Das Entfernen eines Zahnes aus dem Zahnfach (Extraktion) ist eine häufige Behandlungsmaßnahme in der zahnärztlichen Praxis. Ist aufgrund von großflächiger Zerstörung der Zahnsubstanz eine normale Extraktion nicht durchführbar, muss die Entfernung des Zahnes chirurgisch erfolgen. Diese operative Zahnentfernung bezeichnet man als Osteotomie. Dabei wird die Schleimhautdecke ein Stück zurückgeschoben, der Zahnrest im Knochen freigelegt und entfernt. Die Schleimhaut wird anschließend wieder zurückgeklappt und mit Nähten fixiert. Die Wundheilung dauert in der Regel eine Woche. Danach werden die Fäden gezogen.
 

Zysten

Eine Zahnzyste ist ein Hohlraum im Kieferknochen, der von einer Membran ausgekleidet und mit Gewebe oder Flüssigkeit gefüllt ist. Im Anfangsstadium verursachen Zysten meist keine Beschwerden und werden daher häufig als Zufallsbefund im Rahmen von Routineuntersuchungen festgestellt. Durch ihr Wachstum führen sie jedoch zur Verdrängung der umliegenden Gewebe und zum Abbau des Kieferknochens. Im Spätstadium kann eine massive Schwellung auftreten, die auf die Nervenbahnen drückt und so starke Schmerzen hervorruft.
Die operative Entfernung einer Zyste nennt man Zystektomie. Bei einer Zystektomie wird nach Abklappen der Schleimhaut der Kieferknochen abgetragen und die Zahnzyste freigelegt. Danach erfolgt die vollständige Entfernung der Zyste. Das entfernte Zystengewebe wird zum Ausschluss von bösartigen Zellveränderungen zur histologischen Laboruntersuchung eingeschickt.
Wie bei den meisten operativen Eingriffen in der Mundhöhle dauert die Wundheilung etwa eine Woche. Um die Verknöcherung des entstandenen Kieferdefektes zu überprüfen, wird eine Röntgenkontrolle 6 Monate nach der Operation empfohlen.
 

Hemisektion und Prämolarisation

Die Teilung eines mehrwurzeligen Zahnes mit Erhalt einzelner Wurzeln bezeichnet man als Hemisektion. Sie wird angewendet, wenn nur eine Wurzel des Zahnes starke Schäden aufweist. Nach der Hemisektion werden die verbliebenen Wurzeln zur Stabilisierung mit einer Krone versorgt.
Sind beide Wurzeln intakt, aber der Zahn ist durch eine Längsfraktur gespalten oder die Wurzelgabelung ist nicht reinigungsfähig, können die Wurzel getrennt und separat überkront werden. Diese Behandlung bezeichnet man als Prämolarisierung.